Chemnitzer Begegnungen 2006 - Klassik trifft Pop-Folklore

Festivaleröffnung mit der Uraufführung eines Crossover-Konzerts

Unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Domonkos Héja kam es am 07. Oktober 2006 um 19:30 Uhr im Chemnitzer Opernhaus zu einer wahrlich bemerkenswerten musikalischen Begegnung. Im Rahmen des Festivals Chemnitzer BEGEGNUNGEN spielten die deutschlandweit und international renommierte Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz und die Berliner Folk-Rock-Polka Formation und "Russenparty-Band" APPARATSCHIK aus Berlin, ein gemeinsams Crossover-Konzert im Chemnitzer Opernhaus. Der überragende Erfolg der Veranstaltung führte zu einer weiteren musikalischen Begegnung in Form eines Anschlußkonzertes im Merseburger Dom am 21. Oktober 2006.

Robert-Schumann-Philharmonie

Das 108 Mitglieder umfassende Robert-Schumann-Philharmonie-Orchester gilt als eines der Spitzenorchester Deutschlands und zeichnet sich neben seinem regelmäßigen Einsatz im Theater Chemnitz in Oper, Operette, Musical, Ballett, Sinfonie-, Sonder-, Schüler- und Kammerkonzerten durch seine weltweite Gastspieltätigkeit aus. Im Rahmen internationaler Gastspiele zählen Städte wie New York, Athen, Tel Aviv, Salzburg und Rijeka zu den Spielstätten der renommierten Robert-Schumann-Philharmonie.

www.philharmoniechemnitz.de

Die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz mit APPARATSCHIK im Opernhaus Chemnitz.

Viktor Skalá mit seiner Bass-Balalaika vor dem Altar des Merseburger Dom beim Soundcheck.

APPARATSCHIK

Nach seiner Ankunft im Westen gründete Oljég Matrosov im Jahre 1988 in Berlin Kreuzberg die Gruppe APPARATSCHIK. Im Dschungel des westlichen musikalischen Mainstreams vermißte Oljég die Tiefe, die Sehnsucht und die begeisternde Stimmung der osteuropäischen Musik und machte es sich zum Anliegen, diese in seiner Musik weiter bestehen zu lassen. Er tauschte seine Stromgitarre gegen eine dreisaitige russische Balalaika und begann mit seinem neuen Projekt "APPARATSCHIK" einen musikalischen Stil zu entwickeln, der den Bogen zwischen alter und neuer Musik spannen sollte. Mit Balalaika, Akkordeon, Bass, Schlagzeug und einer Stimme, die "unter die Haut geht" bieten APPARATSCHIK, eine witzig-liebevolle und ein wenig ironische Show in Originalkostümen; vorgetragen mit nötigem Pathos. Die Musik der APPARATSCHIKs ist ein Mix aus russischer Volksmusik, Ska, Rock und Polka. Als populäre Vertreter der neuen deutschen "Russenparty-Szene" spielen sie auf internationalen Bühnen (Lowlands Festival - Amsterdam, TFF Rudolstadt, etc.) sowie in vielen Szene-Clubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das Vorhaben des Initiators, einer musikalischen Verknüpfung von Tradition und Moderne, kann als gelungen bewertet werden.

Oljég Matrosov (Gesang & Balalaika) und Desto Trotzki (Schlagzeug & Percussion)

Balalaika, Stimme & Schlagzeug

Mit den Klängen seiner russischen Balalaika, einer präsenten und betörenden Stimme, findet der Leadsänger und Gründer von APPARATSCHIK, Oljég Matrosov, schnell den Zugang zu einem aufmerksam lauschenden Publikum im Chemnitzer Opernhaus.
An den Schlagzeuger stellt die musikalische Ausrichtung von APPARATSCHIK, mit einer auf die traditionelle russische Volksmusik begründeten Spielweise allerhöchste Anforderungen, nicht allein aufgrund der vielen Tempiwechsel. Im Gegensatz zur üblichen Taktvorgabe, durch ein vordergründig eingesetztes Schlagzeug, muß sich der Schlagzeuger in dieser Formation mit seinem Instrument an Balalaika und Akkordeon ausrichten, als diejenigen Instrumente, die den Rhytmus vorgeben.

Bajan (Knopfakkordeon)

Juri Bajan, Akkordeonist von APPARATSCHIK, ist der professionelle Virtuose der Berliner Musikformation am Bajan, der russischen Form des chromatischen Knopfakkordeons. Innerhalb der Russenband APPARATSCHIK verbindet Juri die Hintergünde seiner klassischen Ausbildung mit dem Temperament seiner russischen Seele. Besonders bei den Live-Auftritten vor einer jubelnden Menge wird aus dem "Stein in der Brandung" ein wilder Party-Virtuose am Bühnenrand und ein wahrer Publikumsliebling.

Juri Bajan (Bajan/Knopfakkordeon)

Viktor Skalá (Bass-Balalaika)

Bass-Balalaika

An der mannsgroßen, beeindruckend wirkenden Bass-Balalaika wird APPARATSCHIK volxmusikalisch getragen von Viktor Skalá. Der als Solokünstler sowie in anderen musikalischen Formationen spielende Flamenco-Guitarrist Viktor Skalá, ist neben seiner typischen Clownerie bei Live-Konzerten — insbesondere im etwas lockereren Club-Umfeld — leicht an seiner speziellen Form der Fingerschonung mittels Tesafilm, zu erkennen.

Domonkos Héja - 1. Kapellmeister

Domonkos Héja stammt aus einer Musikerfamilie und erhielt zunächst eine Ausbildung in den Fächern Klavier und Schlagwerk am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest. Danach studierte er in den Fächern Schlagwerk (bis 1997) und Dirigieren (bis 1998) an der Franz-Liszt-Akademie Budapest. 1993 gründete er das Danubia Jugendorchester, das er bis heute leitet und bei zahlreichen Tourneen in Europa dirigierte. Gastdirigate führten ihn zu vielen Orchestern in Ungarn, Mazedonien, Japan und in der Slowakei.
In Chemnitz ist er seit 2005 als 1. Kapellmeister engagiert und dirigierte hier bereits die Opern "Der Evangelimann", "Der fliegende Holländer", "Idomeneo", "Die Zauberflöte", "Ariadne auf Naxos", "Die Hochzeit des Figaro" und "Die Liebe zu den drei Orangen", die Ballette "Dornröschen" und "Cinderella", die Operette "Die Csárdásfürstin", das Musical "Jekyll & Hyde" sowie mehrere Konzerte der Robert-Schumann-Philharmonie. Derzeit bereitet er die Premieren "Der Zigeunerbaron" und "Carmen" vor.